Das kommende Ende der klassischen Plastiktüte

Erleben wir eine Zeitenwende?
Prophezeit wurde es schon häufig, jetzt steht es allerdings wohl tatsächlich kurz davor: Das Ende der Plastiktüte steht kurz vor der endgültigen Umsetzung. Wichtige Handelsketten und Discounter haben damit begonnen, die Tüten aus Plastik durch solche aus Papier zu ersetzen. In den seltenen Fällen, in denen Supermärkte noch Plastiktüten im Sortiment haben, wird auf diese eine Gebühr von meist rund 10 oder 20 Cent erworben. Das langfristige Ziel, dass sich sowohl die Industrie als auch die Politik gesetzt haben, ist die komplette Verbannung von Plastik aus diesem Sektor. Vieles spricht nun dafür, dass eine vollständige Umsetzung dieses Vorhabens nicht mehr lange auf sich warten lassen wird.

Was gegen Plastik spricht
Im Vergleich zu Papier gilt Plastik als wesentlich belastender für die Umwelt. Der Grund dafür: Dieser Stoff baut sich wesentlich langsamer ab und wird damit zu einer Belastung für die natürliche Umgebung. Um Papier zu erzeugen, müssen zwar Bäume gefällt werden, allerdings gilt Holz als sogenannter nachwachsender Rohstoff. Zudem ist die Industrie in der Lage, umweltfreundlich Papiertüten aus Recycling-Papier zu erzeugen. Plastik dagegen benötigt bereits bei der Herstellung viel Energie und kann nur auf kompliziertem Weg recycelt werden.

Die Verschmutzung der Ozeane beenden
Mit dem freiwilligen Verzicht auf Plastiktüten wollen die Unternehmen vor allem ein Ziel erreichen: Die weitere Verschmutzung der weltweiten Meere nachhaltig zu beenden. Tatsächlich hat sich Plastikmüll zum größten Problem für die Ozeane entwickelt. Es sind zahlreiche Fälle bekannt geworden, in denen Meeressäuger wie Wale oder Delfine an Plastik-Gegenständen erstickt oder anderweitig verendet sind. Auch viele Fische und sensible Korallen leiden an dem Plastik-Problem. Leider wurde es viele Jahrzehnte verpasst, Verpackungsmüll so zu entsorgen, wie es eigentlich sein sollte. Die Folgen sind heute für jeden sichtbar, der beruflich in irgendeiner Weise mit dem Meer zu tun hat. Leider deutet momentan nichts darauf hin, dass die Ozeane schnell wieder gesäubert werden können.

Welche Rolle spielt die Politik?
Einer besonderen Rolle in der Bewusstseinsveränderung in Bezug auf Plastik kommt den Regierungen zu. Viele davon haben sich zusammengeschlossen, um dieses Problem nun endlich effektiv anzugehen. Wurden Anfangs vor allem Anreize für Firmen gesetzt, von sich aus umzusteigen, gibt es nun auch die ersten Verbote. Supermärkte und andere Ketten hätten dann nur noch in Ausnahmefällen die Möglichkeit, weiterhin Plastiktüten anzubieten. Außerdem würden diese eine kleine Gebühr kosten. Für die Umwelt ist dies sicher ein Fortschritt.