Die Grünen mit neuer Mannschaft und neuen Zielen

Weg frei für neue Gesichter
Im Zuge einer Neuausrichtung hat sich die Umweltschutz-Partei Bündnis 90/Die Grünen für ein neues Spitzenteam entschieden. Fortan sollen Annalena Barboeck und Robert Habeck die Geschicke der Partei leiten. Erste Erfolge dieses Wandels zeigen sich bereits in den Umfragen. Dort erreicht die Partei Werte von 12 bis 14 Prozent. Eine deutliche Steigerung gegenüber des Wahlergebnisses von rund 9 Prozent. Zudem liegt dieser Wert noch einmal weit über den Zahlen, die die Umfrage-Institute letzten Sommer prognostiziert hatten. Damals waren die Grünen mit 5 bis 6 Prozent sogar ernsthaft gefährdet, in den Bundestag einzuziehen.

Nur noch Realos an der Spitze
Besondere Aufmerksamkeit in den Medien erreichte der Fakt, dass erstmals ein Spitzenteam der Grünen aus zwei sogenannten Realos besteht. Diese bilden innerhalb der Partei einen Gegenpol zu den Linken und radikaler ausgerichteten Kräften. Bekannte Gesichter des linken Parteiflügels sind beispielsweise Claudia Roth, Jürgen Trittin und Horst Kristian Ströbele. Mit einer verhältnismäßig gemäßigten Spitze sollen nun neue Wählerschichten erreicht werden. Gelungen ist dies der Partei in der Vergangenheit beispielsweise in Baden-Württemberg. Im Südwesten der Republik leitet bereits seit dem Jahr 2011 ein Grüner die Geschicke. Winfried Kretschmann ist dabei kaum von einem CDU-Politiker zu unterscheiden und hat seine Partei 2016 sogar in eine Koalition mit den Schwarzen geführt..

Wovon die Grünen profitieren
Tatsächlich schien es lange so, dass die Grünen ihren Zenit auf Bundesebene überschritten hätten. Das Schicksal meinte es dann jedoch gut mit der Partei und führte zugleich die stolze Sozialdemokratie an den Rand des Abgrunds. Der mit einem großen Hype gestartete Martin Schulz führte die Partei in Umfragen auf 17 Prozent. Ein Fakt, von dem vor allem die Grünen profitieren konnten. Der Grund dafür ist schnell gefunden: Die Wähler beider Parteien setzen sich aus den gleichen Milieus zusammen. Viele der Wähler sind dann von der SPD zu den Grünen gewechselt.

Goodbye Atomkraft-Kritik als zentralere Aussage
Im Zuge der personellen Erneuerung richteten sich die Grünen auch inhaltlich neu aus. Klassische Themen wie die Kritik an der Atomkraft oder die Unterstützung des Umweltschutzes spielen eine immer geringere Rolle. Stattdessen haben sich die Grünen zum wichtigsten Fürsprecher einer multikulturellen Gesellschaft entwickelt und stehen wie keine zweite Partei für die Parole Refugees welcome. Ein weiterer Punkt, der immer offensiver vertreten wird, ist die sogenannte Gender-Theorie. Demnach gibt es nicht nur zwei, sondern bis zu 80 verschiedene Geschlechter. In Teilen der Republik setzen sich die Wähler nicht zuletzt aus diesem Grund immer stärker aus dem studentischen Milieu zusammen.

Teil einer linken Sammlungsbewegung?
Es war ein Vorschlag, der in weiten Teilen der deutschen Öffentlichkeit für Aufregung sorgte: Die Linke Sahra Wagenknecht und ihr Ehemann Oskar Lafontaine forderten den Aufbau einer sogenannten linken Sammlungsbewegung. Diese sollte die Parteien SPD, Die Linke und Die Grünen umfassen, zumindest jedoch Teile derselben. Stellt sich die Frage, wie die Grünen zu diesem Vorschlag stehen? Bisher stieß der Vorschlag vor allem auf Ablehnung, liegt aber noch immer auf dem Tisch.