Sollten Billigflüge boykottiert werden?

Wachablösung an der Spitze
Billige Airlines wie Ryanair haben in den vergangenen Jahren bemerkenswertes geschafft: Nämlich den etablierten Gesellschaften wie Lufthansa oder Air France den Markt streitig zu machen. Schon heute ist Ryanair, was die Zahl der Passagiere betrifft, die unbestrittene Nummer 1 in Europa. Mehr als 130 Millionen Fluggäste werden wohl im Jahr 2017 mit den Iren fliegen. Stellt sich die Frage, was Ryanair und Co. besser machen als die Konkurrenz und warum sich Lufhansa, KLM und andere so schwer tun gegen die Low-Cost-Airlines.

Das Konzept von Ryanair und Co.
Ryanair versucht schon lange, die Konkurrenz vor allem über den Preis auszustechen. Essen, Getränke und auch das Reise-Gepäck sind im Flugpreis in aller Regel nicht enthalten. Auf der anderen Seite dürfen sich die Kunden auf durchschnittliche Ticket-Preise von 50 bis 60 Euro freuen. Wer Zusatz-Leistungen wünscht, bekommt diese, muss allerdings einen Zuschlag bezahlen. Wie aber kann Ryanair solche Preise erreichen? Zuerst einmal besitzt die Airline eine der neuesten Flotten Europas. Neuere Flugzeuge zeichnen sich durch einen besonders geringen Spritverbrauch aus. Da der einzige verwendete Flugzeug-Typ die Boeing 737 ist, sind die Wartungskosten niedrig. Ryanair versucht, die Zeit auf dem Boden zu verkürzen. Ein Flugzeug am Himmel verdient Geld, während eines am Boden Geld kostet.

Warum stehen Billigflieger in der Kritik?
Viele Umweltschützer kritisieren das Volumen, welches die Zahl der Fluggäste mit den Billigfliegern angenommen hat. Ein Flugzeug hat einen CO2-Ausstoß, der höher ist als der von Autos und vor allem von Zügen. Entsprechend kritisch werden die Folgen dieser Branche auf die Umwelt angesehen. Was noch hinzukommt: Billig-Airlines zahlen geringere Gehälter als die etablierten Fluglinien. Wenngleich das Niveau der Löhne bei Piloten grundsätzlich sehr hoch ist, müssen die Mitarbeiter von Easyjet, Wizz Air und Ryanair Einbußen hinnehmen.

Ein Fazit
Es gibt einige Gründe, die gegen Billigflieger sprechen, jedoch auch viele dafür. Es ist noch strittig wie groß die Auswirkungen des weltweiten Flugverkehrs auf die Umwelt im Vergleich zu denen von Autos und Bussen. Die Gehälter der Billig-Airlines sind zwar unterdurchschnittlich, im Vergleich mit anderen Branchen aber immer noch hoch. Zudem besitzen die Billig-Airlines besonders neue und damit als sicher geltende Flotten. Allein aus Gründen des Umweltschutzes sollte sich niemand das Fliegen ausreden lassen. Zumal neue Flugzeug-Typen immer weniger Kerosin benötigen und damit umweltfreundlicher sind.